Gedanken zur Gewaltdefinition
Eines der Hauptprobleme bei einer weitgefaßten Definition der Gewalt scheint mir zu sein, daß dadurch Legitimierungsanreize für Gewaltbereite entstehen, etwa dahingehend, daß ein unter struktureller Gewalt Leidender die eigene »rohe« Gewaltanwendung rechtfertigt, indem er erklärt, er könne sich nur so wehren, da ihm die strukturelle Macht fehle, sich auf der gleichen Gewaltebene zur Wehr zu setzen. Schließlich läuft die Argumentation von Gewaltanwendern in den meisten Fällen auf die Postulierung einer Notwehrsituation hinaus. Der eigentlich Gewalttätige und die Ursache der eigenen Gewaltanwendung ist immer der andere.






andererseits ist die gefahr einer enge gewaltdefinition, die, dass strukturelle gewalt, gerade auf psychischer ebene, dann doch gerne anders genannt wird. Meine mutter, die meinen vater seid jahren ziemlich übergriffig herunteranalysiert (sie ist psychologin) meint auch, dass sie nur an seiner persönlichkeitsentwicklung arbeitet. mir ist auch erst in den letzen jahren aufgefallen, in welcher art die deutungshohheit meiner mutter meinen vater über jahre in unser aller kopf zu einem kranken, emotinal unfähigen menschen gemacht hat. er sagt auch fast nichts mehr, wenn meine mutter anwesend ist. nuja, es wäre ohnehin nur ein ausdruck seines “falsch seins” – also wenn es keine gewalt ist einen anderen menschen in seinem engsten umfeld systematisch zu einem “fall” zu machen – hmmm was dann?
Kommentar von perenike — Freitag, 30. Juli 2010 @ 6.47
Hallo, Perenike, dich gibt es ja noch. Schön, mal wieder von dir zu hören. Mich findest du immer noch bei Blogigo, hier tut sich nichts. Zu deiner Anmerkung: Sicher gibt es für deinen Vater genügend Möglichkeiten, sich zu wehren, ohne daß er gleich zum Beil greifen muß. Vielleicht sollte man sich von Psychologen fernhalten – oder sie ebenfalls analytisch betrachten, mit einem Lächeln …
Kommentar von Lyriost — Freitag, 30. Juli 2010 @ 10.23