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Sonntag, 17. September 2006

Von Raupen und Schmetterlingen

Filed under: Lyriost Gedanken — lyriost @ 10.24

Von Raupen und Schmetterlingen

Die Raupe stand immer wieder vor dem Spiegel, betrachtete sich und sagte ein ums andere Mal: »Wie ein richtiger Schmetterling.«

Der Schmetterling, der noch Reste seines Kokons mit sich herumschleppte, die an ihm klebten, erkannte die versteckte Schönheit in der Raupe, die sich unterschied von allen anderen Raupen, ja Schmetterlingen, flog immer wieder um die Raupe herum und versuchte, sich bemerkbar zu machen. Aber die Raupe spielte ihre Spiele vor dem Spiegel und beachtete ihn nicht.

Schließlich faßte er sich ein Herz und sprach sie an. »Du wunderschöner Schmetterling, du bist doch auch allein wie ich, wollen wir uns zusammentun?«

Doch die Raupe sah nur kurz hoch vom Spiegel, taxierte den Schmetterling sekundenschnell und schaute dann an ihm vorbei.

»Laß mich in Ruhe, ich interessiere mich nicht für Raupen«, sagte sie unwirsch.

2 Kommentare »

  1. Wie wahr! Manchen Raupen mangelt es aber auch an der Einsicht, dass, um ins Stadium eines Schmetterlings zu gelangen, vorab eine Verpuppung von Nöten ist…

    Kommentar von zartgewebt — Sonntag, 17. September 2006 @ 7.49

  2. Ja, die Raupen sind seltsame Wesen, noch seltsamer als die Schmetterlinge.😉

    Kommentar von lyriost — Montag, 18. September 2006 @ 12.43


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