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Montag, 23. Oktober 2006

Berlusconi

Filed under: Sonstiges — lyriost @ 10.28

Berlusconi

Wie man sieht, gibt es mindestens einen Menschen außer Berlusconi selbst, der immer noch nicht genau weiß, wie der derzeitige italienische Ministerpräsident heißt. Es kann allerdings auch sein, daß der smarte Silvio jetzt für AOL-Deutschland nebenerwerbstätig ist. Wahrscheinlicher aber ist doch, daß bei AOL bereits der Winterschlaf der Redakteure begonnen und die Sommerlethargie abgelöst hat.

AOL Auto

Dienstag, 10. Oktober 2006

Tat twam asi

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 8.59

Tat twam asi

Hinter den Spiegel
der Griff in die Spinnweben
entstaubtes Gesicht

und ungläubiges Staunen
wenn du dich nicht mehr erkennst

und ungläubiges Staunen
wenn du dich wieder erkennst

und ungläubiges Staunen
wenn du dich wiedererkennst.

Der Weg ist das Ziel

Filed under: Gedanken, Lyriost Gedanken — lyriost @ 8.58

Schnittblumen

»Der Weg ist das Ziel«, sagte der Schnitter, und die Blumen nickten eifrig, nichts ahnend, nicht den Schmerz, nicht den Tod. Sie wußten ja nichts von ihrem Weg zu den Vasen und Mülltonnen.

Schnell warm, schnell kalt

Filed under: Lyriost Gedanken — lyriost @ 8.55

Schnell warm, schnell kalt

Blutstropfen erhitzt
wenn winters Sonne erscheint
in warmen Farben.

Mantel nicht mehr benötigt
für etwa zehn Sekunden.

Hortus conclusus

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 8.53

Hortus conclusus

Meine Gedanken
umhüllt von flüssigem Staub
so zäh wie Honig

und so süß wie Terpentin
von Hermes sanft umschlossen.

Wie Philoktet

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 8.45

Wie Philoktet

Wie Philoktet sei
das verwundete Wissen
im Leiden erst groß.

Sie werden sich erinnern
wenn ihnen Pfeile fehlen.

Über Selbstbilder

Filed under: Lyriost Gedanken — lyriost @ 8.44

Über Selbstbilder

Nur wer sein Selbstbild regelmäßig in Frage stellt, gibt sich die Möglichkeit zu wachsen. Aber er sollte das Wachstum nicht zu ernst nehmen, weil sonst zu schnell ein neues wahnhaftes Selbstbild entsteht, das wiederum die Tendenz hat, sich zu verfestigen und weiteres Wachstum zu verhindern.

Sonntag, 8. Oktober 2006

Freitagskinder

Filed under: Lyriost Gedanken — lyriost @ 4.47

Freitagskinder

Es gibt Menschen, die schaffen es mit traumwandlerischer Sicherheit, beim Griff in einen Korb mit Weintrauben die einzige faule zu erwischen, wenn sie nicht das Glück haben, eine verkümmerte unreife Frucht zu ergattern.

Das sind dieselben Menschen, die nicht mehr in indische Restaurants gehen, obwohl sie die indische Küche theoretisch sehr schätzen wegen deren Gewürzvielfalt. Wenn man nur nicht jedesmal beim ersten Bissen an eine Kardamomkapsel geriete …

Wunderbar, die Kirschtorte, so locker und nicht ein Kern, sagen alle unisono bei der Geburtstagsfeier, nachdem jeder mehrere Stücke davon verdrückt hat, während unser Freitagskind verschämt immer neue Muster mit seinen Kirschkernen gestaltet, obwohl er nur ein einziges Stück von der Torte gegessen hat.

Wer solche Erfahrungen macht, der lächelt wissend, wenn er hört, wie jemand Fischfilet bestellt, weiß er doch, daß es so etwas wie Fischfilet nur theoretisch gibt, aber nicht in der Praxis.

Das klingt nun alles nach Verlierer und Pechvogel. Aber so ist es nun auch wieder nicht, denn unser Freitagsmensch gewinnt jede Woche bei einer Veranstaltung, bei der die große Masse der Sonntagskinder Woche für Woche verliert: beim Lotto.

Vorausgesetzt, daß er nicht spielt.

Freitag, 6. Oktober 2006

Mnemosyne non amour

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 12.29

Mnemosyne non amour


Die Mnemosyne

ist eine launische Frau.

Narrt nicht nur Narren.


Die Mnemosyne ist alt

und narrt zuweilen sich selbst.

»Gott würfelt nicht.«

Filed under: Gedanken — lyriost @ 12.24

»Gott würfelt nicht.«

»Gott würfelt nicht«, sagt Einstein. Theoretisch relativ richtig. Gott hat es mehr mit den Karten, und er ist ein gewiefter Zocker, denn sosehr wir uns auch den Kopf verrenken, es gelingt uns nicht, in die Karten hineinzuschauen. Wir können froh sein, wenn wir wenigstens ahnen, welches Spiel mit uns gespielt wird und welche Spielregeln für uns gelten. Gott spielt natürlich nach seinen eigenen, uns gänzlich unbekannten Regeln. Und niemand weiß, ob Gott nicht, wenn ihm das Spiel mit uns zu langweilig wird, doch noch den Würfelbecher herausholt.

Trendsetter

Filed under: Lyriost Gedanken — lyriost @ 12.20

Trendsetter

Wer Trendsetter für sich selbst ist, der hat schon viel erreicht. Aber das ist leicht gesagt und nicht so einfach zu erreichen, wie es sich anhört.

Der Desperado

Filed under: Lyriost Gedanken — lyriost @ 12.19

Der Desperado

Der Desperado schließt sich selber kraftvoll aktiv aus, macht sich selbst zum Outlaw, weil er sich ausgeschlossen fühlt oder Angst davor hat, ausgeschlossen zu werden, denn es gibt einen Teil in ihm, der sich, wie Harry Haller in Hesses »Steppenwolf« (Szene auf der Treppe) zur Leichtigkeit des Gewöhnlichen hingezogen fühlt. Wenn er sich selbst ausschließt, muß er sich nicht als Opfer fühlen, was, wie wir alle wissen, das Leben sehr erleichtert, auch wenn die Verhältnisse noch so schwierig sind. Aktiv zugrunde gehen ist allemal besser, als untergepflügt zu werden.

Verirrte Gefühle

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 12.15

Verirrte Gefühle

Die Mauern brechen
berstend brüllt der Stein
Funkenregen
schwarzes Staubgeschüttel

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