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Donnerstag, 21. Dezember 2006

Incarnatio continua

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 9.17

Incarnatio continua

Im Innersten ist Sehnsucht nichts anderes als der ständige Drang allen Seins zur Verkörperung: Incarnatio continua.

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Augenmaß

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 3.47

Augenmaß

Nicht alles ist meistens mehr als alles nichts.

Dienstag, 26. September 2006

Über Bewährungsproben

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 8.45

Über Bewährungsproben

Die einzige Bewährungsprobe, bei der wir etwas Neues über uns erfahren können, ist die Probe, von der wir nicht wissen, daß es eine ist – oder allenfalls nach einiger Zeit diffus ahnen, es könnte vielleicht eine sein. Nur wenn wir nicht unserem Willen zu bestehen unterworfen sind, können wir wirklich im Innersten bestehen.

Von Fischen und Vögeln

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 8.44

Von Fischen und Vögeln

Statt den fliegenden Fisch zu treten und einen Vogel zu suchen, dem man das Schwimmen beibringen will, sollte man vielleicht versuchen, den Fisch das Singen zu lehren.

Montag, 25. September 2006

Erhöhtes Risiko

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 9.27

Erhöhtes Risiko

Wenn wir zu ehrgeizig oder zu illusionsgefüllt sind, laufen wir mit zunehmendem Alter immer mehr Gefahr, in eine Zukunft zu gehen, die daraus besteht, uns selbst um unsere Vergangenheit zu beneiden.

Vom Glück

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 9.20

Vom Glück

Kein noch so schwerer Schicksalsschlag macht uns dauerhaft so sicher unglücklich wie unsere übertriebenen Erwartungen und illusorischen Vorstellungen vom dauerhaften Glück.

Über Atheisten

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 9.08

Über Atheisten

Man muß eine Menge Glauben haben, um sich als überzeugten oder bekennenden Atheisten zu bezeichnen.

Freitag, 22. September 2006

Narren und Helden

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 10.01

Narren und Helden

Die Narren lauern auf den Furz des Helden.

Tiefe

Filed under: Lyriost Aphorismen, Lyriost Gedanken — lyriost @ 7.10

Tiefe

Die Tiefe der Sprache erkennen wir, wenn wir täglich leidenschaftslos durch ihre Untiefen waten und uns urplötzlich der Boden unter den Füßen weggerissen wird.

Wir müssen auch mal Wasser schlucken, um das Atmen zu schätzen.

Donnerstag, 21. September 2006

Maßlosigkeit

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 8.48

Maßlosigkeit

Mit Maßlosigkeit erweckt man den Eindruck der Größe, aber nicht die Größe selbst. Deshalb ist Maßlosigkeit eher etwas für die Kleinen, die Großen haben die Größe als Maß. Von Bescheidenheit keine Rede. Gewissermaßen maßvoll unbescheiden.

Montag, 18. September 2006

Kopfschütteln

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 8.38

Kopfschütteln

Eines sollte jedem klar sein: Kopfschütteln verhindert mehr Gedanken, als es hervorbringt.

Sonntag, 17. September 2006

Über Wachsen und Schrumpfen

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 10.29

Über Wachsen und Schrumpfen

Wer zu träge zum Wachsen ist, aber sich unwohl fühlt mit seiner Größe, erwartet von den größeren, daß sie schrumpfen. Eine weitverbreitete Unart.

Selbstverwirklichung?

Filed under: Lyriost Aphorismen, Lyriost Gedanken — lyriost @ 10.25

Selbstverwirklichung?

Eine besondere Art von Hilferufen ist die, die der Rufer selbst nicht bemerkt: Wer auffällig akzentuiert seine Unabhängigkeit und Selbstbestimmung betont und sich und andern mit besonderer Eindringlichkeit zu zeigen versucht, daß er ohne fremde Hilfe alles im Griff hat, zeigt damit, daß es nicht so ist und er der Hilfe bedarf. Das Fatale daran ist die Vehemenz, mit der die angebotene Hilfe zurückgewiesen wird, weil man ja ganz eigenständig selbst alles im Griff zu haben sich einredet. Wird der Hilferuf von andern gehört, werden diese als Phantasten betrachtet, und das Hilfsangebot wird ausgeschlagen, das Unabhängigkeitsgehabe verstärkt. Oft endet dies nach anfänglicher Euphorie nicht in der Selbstverwirklichung, sondern in einer heftigen Lebenskrise. In krassen Fällen manchmal dann in der Selbstzerstörung.

Freitag, 15. September 2006

Das habe ich schon immer gesagt.

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 6.41

Das habe ich schon immer gesagt

Wer lange genug an seinen Jugendtorheiten festhält, kann sie zu gegebener Zeit zur Altersweisheit umdeklarieren.

Verständigungsparadoxie

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 6.39

Verständigungsparadoxie

Zu den tragischen Absonderlichkeiten der zwischenmenschlichen Kommunikation gehört die Tatsache, daß uns die am besten zuhören, zu denen wir nicht sprechen, und daß uns die, denen wir etwas sagen wollen, nicht zuhören.

Schöpfung

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 7.27

Schöpfung

Ob du im Augenblick zu sehen bist oder nicht, gesehen wirst oder nicht – du fummelst ständig am Sein herum. Existenz oder Nichtexistenz sind Kategorien für Blinde.

Und wieder läuten die Glocken.

Donnerstag, 14. September 2006

Zukunft

Filed under: Lyriost Aphorismen, Lyriost Gedanken — lyriost @ 12.20

Zukunft

Die meisten von uns neigen dazu, ihr Leben in die Zukunft zu verschieben. Bei diesem ständigen öffentlichen Nachdenken und dem Gerede über gesellschaftliche Zukunftsperspektiven und auch bei unserem inneren Palaver über unsere eigene Zukunft wird häufig das vergessen, was viel wichtiger ist: unsere Gegenwart. Wenn wir ganz in unserer Gegenwart aufgehen und unsere Möglichkeiten heute nutzen, brauchen wir uns um die Zukunft keine Sorgen zu machen. Und uns morgen nicht damit zu quälen, was wir gestern versäumt haben.

Immer dasselbe

Filed under: Lyriost Aphorismen, Lyriost Gedanken — lyriost @ 12.17

Immer dasselbe

»Wartet mal ab, ich hab noch gar nicht richtig angefangen.«

Das Gefährlichste am Menschen ist sein Wille zur Macht, sein Ehrgeiz, vollständig er selbst zu werden. Oder was er dafür hält. Und am Ende liegt die ganze Welt in Trümmern. Und er steht mittendrin. Oder sitzt. Dann schüttelt er sich dreimal. Und immer wieder den Kopf, als wenn das etwas nützte. Und bald geht alles wieder von vorne los: Aufbauen, Zerstören, Kopfschütteln.

Blicke

Filed under: Lyriost Aphorismen — lyriost @ 12.15

Blicke

Wenn du deinen Fingerabdruck auf dem Spiegel der Selbsterkenntnis leicht wieder abwischen kannst, dann hast du noch nicht tief genug in ihn hineingeschaut.

Fahnen

Filed under: Lyriost Aphorismen, Lyriost Gedanken — lyriost @ 12.09

Fahnen

Nichts wehte einst so prächtig und wähnte sich so mächtig wie die Fahnen des Wahns. Besonders die roten mit Kreuzen und Werkzeugen.

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