Lyriost – Madentiraden – www.lyriost.de

Montag, 12. Februar 2007

Tirade 108 – Sitzsprung

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 9.44

Tirade 108 – Sitzsprung

Ist Zeit für den Sprung
bald wirst du kräftig springen
im Sitzen gedacht

gestern dachtest du morgen
und heute denkst du gestern

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Sonntag, 24. Dezember 2006

Weihnachtstirade

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 2.55

Weihnachtstirade

An alle gedacht
an die ich heut denken mag
und auch an mich

die Lichter üben sich warm
glitzern im Herzen wie Schnee

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Tirade 92 – Ortungsversuch

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 3.04

Tirade 92 – Ortungsversuch

Mit Netzen aus Sand
fischen im fischleeren Meer
schwankender Boden

die Masten ächzen im Wind
schwingende Echolote

Tirade 93 – Tiehrhaw

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 3.03

Tirade 93 – Tiehrhaw

Hat keinen Namen
Erkenntnis ist ein Ballspiel
kein Theaterstück

Wenn der Donner vergrollt ist
singt leise die Nachtigall

Tirade 94 – Verrätseltes Rätsel

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 3.03

Tirade 94 – Verrätseltes Rätsel

So leer wie das Meer
die Flasche im Ufersand
der Wind spielt Fangen

und Sonne schreit wie ein Tier
Botschaft luftloser Lungen

Berliner Sinfoniker

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 2.59

Berliner Sinfoniker

Am frühen Morgen
tastet sich das Licht
durch all die Löcher
in den trüben Mauern
die müden Straßen
schminken ihr Gesicht
und auf den Wegen
schwanken Punkte
im Bedauern
Maschinen husten sich
beherzt ins Freie
die Luft schwillt an
wird immer enger
bald tanzt kein Ton
mehr aus der Reihe
und auch die
Schatten werden

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Tirade 90 – Selbstporträt

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 6.27

Tirade 90 – Selbstporträt

Er malt mit Wolken
er lästert unsren Farben
taucht Licht in Lichter

vertreibt die Fliegernarben
zieht mutig Kitschgesichter

Dienstag, 10. Oktober 2006

Tat twam asi

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 8.59

Tat twam asi

Hinter den Spiegel
der Griff in die Spinnweben
entstaubtes Gesicht

und ungläubiges Staunen
wenn du dich nicht mehr erkennst

und ungläubiges Staunen
wenn du dich wieder erkennst

und ungläubiges Staunen
wenn du dich wiedererkennst.

Hortus conclusus

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 8.53

Hortus conclusus

Meine Gedanken
umhüllt von flüssigem Staub
so zäh wie Honig

und so süß wie Terpentin
von Hermes sanft umschlossen.

Wie Philoktet

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 8.45

Wie Philoktet

Wie Philoktet sei
das verwundete Wissen
im Leiden erst groß.

Sie werden sich erinnern
wenn ihnen Pfeile fehlen.

Freitag, 6. Oktober 2006

Mnemosyne non amour

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 12.29

Mnemosyne non amour


Die Mnemosyne

ist eine launische Frau.

Narrt nicht nur Narren.


Die Mnemosyne ist alt

und narrt zuweilen sich selbst.

Verirrte Gefühle

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 12.15

Verirrte Gefühle

Die Mauern brechen
berstend brüllt der Stein
Funkenregen
schwarzes Staubgeschüttel

Dienstag, 26. September 2006

Klepsydra nur, Ophelia

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 8.47

Klepsydra nur, Ophelia

Sie treibt nicht fort, ihr Haar hat sich verfangen
an einem kahlen Trauerweidenast
der Wind leckt rauh die früh verglühten Wangen
und Ratten taumeln müde im Morast.

An ihrem blauen Arm, metallzerstochen
die steifen Finger in der Plastiktüte
die Hand, in die so vieles ihr versprochen
ein Abgesang auf jede fromme Mythe.

Am Ufer keine Astern, Anemonen,
ein paar kaputte Eimer, Anglermüll
und von Verirrten, die am Tag hier wohnen
der Rest vom Flaschendosenbieridyll.

So unromantisch. Da klingt kein Chopin,
und auch von Schubert kann kein Ton hier stören.
Das tote Mädchen schaukelt im Refrain
der stillen Fluten, fern von den Souffleuren.

Man wird sie morgen aus der Brühe fischen,
wird wissen wollen, wann, warum und wie
mit Messern graben an den Eisentischen
Begründung finden, doch die Gründe nie.

Wasserleichen

Kryptogramm des Lebens

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 8.46

Kryptogramm des Lebens

Dein Tun wirft Schatten
aber du prägst keine Spur
so wie der Vogel.
Und Moiren schreiben
ihr Wort
mit hartem Stift
in dein Fleisch.

Montag, 25. September 2006

Alles am richtigen Platz

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 9.28

Alles am richtigen Platz

Erotomane sein.
Warum nicht die pralle Lust?
Aber denken mit dem Kopf

und Gefühle im Herzen
nicht nur zwischen den Beinen.

Der sensible Mann

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 9.25

Der sensible Mann

Im kleinen Schwänzchen
so wenig graue Z
ellen
lohnt nicht das Denken.

Gebunden

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 9.12

Gebunden

So viele Welten
und trotzdem keine Bindung
so viele Menschen

und dennoch allein mit mir
und immer allein bei dir.

Freitag, 22. September 2006

Tagtraum

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 9.56

Tagtraum

Die ätzenden Chiffren
im Nacken der Zeit
die nüchternen Stiefel
besudeln mechanisch
das schlohweiße Kleid.

Die Ruhe ist tückisch
ein wandloser Bau
mit zittrigen Säulen
umflattert von Eulen
verwittert im Tau.

Und Narben mit Körpern
aus Blut und Zement
die emsigen Krüppel
verbrennen marschierend
ihr Testament.

Es

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 7.30

Es

Drückt alles so fest
von innen gegen die Haut
und kommt nicht heraus.

Wohin auch sollte es fliehen.
Kein Ort wo es fliegen kann.

Unvergänglich

Filed under: Lyriost Gedichte — lyriost @ 7.25

Unvergänglich

Jeder Tod ist Täuschung
Leben ist nicht wahr
Rosen Berge Meere:
Trübes Sein wird klar.

Ungezündet brennen
Ende und Beginn
kriechen in den Flammen
zueinander hin.

Wahrgenommen werden
Sinne sind der Sinn
Wachs die harten Hölzer
Ziel: die Hand am Kinn.

Klares Sein wird trübe
wird sich selbst gewahr
Bild im blinden Spiegel:
Trübes Sein wird klar.

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